Begriffsklärung Optionsscheine und Zertifikate

Optionsscheine (englisch= Warrants) sind ein spekulatives Instrument, mit denen Trader auf steigende oder auch fallende Kurse setzen können. Ein Optionsschein berechtigt zu einem festgelegten Zeitpunkt einen bestimmten Basiswert (z.B. Aktien, Währungen, Indizes uvm.) zu einem festgelegten Preis während einer ebenso vorab festgelegten Zeitspanne zu kaufen oder zu verkaufen.

Optionscheine haben gegenüber dem Direktkauf von Basiswerten den Vorteil, dass bereits mit geringen Investitionen in Verbindung mit einem Hebel Gewinne erzielt werden können.

Optionsscheine haben fünf wesentliche Merkmale:

• Basiswert: Ist der der Option zugrunde liegende Wert z.B. einer Aktie.
• Bezugsverhältnis: Verhältnis der Menge der nötigen Optionsscheine zum Kauf z.B einer Aktie (z.B 10 OS = 1 Aktie).
• Ausübungspreis: Gibt an, zu welchem Preis das Optionsrecht ausgeübt werden kann.
• Laufzeit: Gibt den Zeitraum an, in der das Optionsrecht ausgeübt werden kann.
• Handelsvariante: Kauf (=Call-Option -/ Call) oder Verkauf (=Put-Option -/ Put)

Call-Option:

Mit einer Call-Option spekuliert der Trader auf einen Kursanstieg des Basiswerts und erwirbt mit dem Optionsschein das Recht, die Lieferung des Basiswerts zu einem im Voraus bestimmten Preis „zu verlangen“ (englisch = call).

Put-Option:
Mit einer Put-Option spekuliert der Trader auf einen Kursverfall des Basiswertes und erwirbt mit dem Optionsschein für sich das Recht, den Basiswert an den Emittenten „abzugeben“ (englisch = put). Dies bedeutet, daß der Emittent sich verpflichtet, dem Trader den Basiswert zu einem festgelegten Preis abzukaufen.

Zertifikate
Schuldverschreibungen mit derivaten Komponenten
Als Zertifikate bezeichnet man Schuldverschreibungen mit derivaten Eigenschaften, bei der die eigene Wertentwicklung von der Wertentwicklung anderer Finanzprodukte abhängt. Zertifikate zählen zu den sogenannten strukturierten Finanzprodukten, werden von Banken herausgegeben und vorwiegend an Privatkunden verkauft. Zertifikate sind klassische Retail-Produkte, deren Handel vor allem ausserbörslich stattfindet.
Bei Zertifikaten handelt es sich rechtlich gesehen um Schuldverschreibungen ohne feste Verzinsung, dafür jedoch mit einer Teilhabe am Erfolg oder Misserfolg eines Börsengeschäftes. Zertifikate können somit unterschiedliche Ertragschancen und Verlustrisiken beinhalten. Für emittierende Banken ist ein Zertifikat ein Mittel zu Refinanzierung.

Zertifikate können grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt werden.

Partiziptionszertifikate

Partizipationszertifikate bieten dem Anleger die Möglichkeit, kostengünstig in Basiswerte zu investieren, ohne diese selbst an der Börse kaufen zu müssen. Der Vorteil liegt unter anderem darin, wenn der Basiswert aus vielen Einzelwerten besteht, oder wenn es sich um Werte handelt, die nicht an deutschen Börsen gehandelt werden.

• Index-Zertifikate:
Indexzertifikaten liegt als Basiswert ein Aktien-, Wertpapier- oder Rohstoffindex zugrunde und spiegelt die Entwicklung des bezugnehmenden Index im Verhältnis 1:1 ab. Indexzertifikate sind im Regelfall mit geringen Kosten verbunden, unterliegen aber dem Emittentenrisiko.

• Basket-Zertifikate:
Basketzertifikate stellen einen Korb von Anlageprodukten dar und sind eine Abwandlung der Index-Zertifikate. Die Zertifikate unterscheiden sich hierbei hinsichtlich der Ausschüttung der Dividenden sowie der Pflege des Anlagekorbes und der dafür erhobenen Gebühren.

• Tracker-Zertifikate:
Tracker-Zertifikate spiegeln die Kursentwicklung des Basiswertes wieder. Bei Tracker-Zertifikaten werden keine Dividenden ausgezahlt. Zukünftige Dividenden-Zahlungen werden stattdessen bereits vorab im Kurswert berücksichtigt. Einkünfte aus Dividenden werden dadurch in Kurssteigerungen umgewandelt.